Geschichte der FF-Loipersbach

Bis zum 19 Jahrhundert wurde der Brandschutz durch die Ortsbevölkerung übernommen. Fehlverhalten bei einem Brand wurde hart bestraft. Die beiden Großbrände von 1870 und 1876 sowie der technische Fortschritt in der Feuerlöschtechnik machten es notwendig eine spezialisierte Truppe in der Ortschaft aufzustellen. Diese Entwicklungen führten schließlich im Jahr 1891 zur Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Loipersbach. Im Jahre 1901 wurde die Feuerwehr Loipersbach auf Grund mangelnder Unterstützung durch die Gemeinde erstmals aufgelöst.

1903 wurde eine neue Feuerwehr aufgestellt und eine Saugspritze in Dienst gestellt. Nach anfänglichen Schwierigkeiten und Akzeptanzproblemen der Bevölkerung wurde die Feuerwehr Loipersbach 1910 von der Ödenburger Zeitung als tüchtig geschult bezeichnet. 1912 begann man mit der Errichtung des Gerätehauses am Hauptplatz.

Im Jahr 1926 erfolgte der Ankauf einer Handdruckspritze der Firma Seitenhofer aus Sopron, welche heute noch vorhanden ist.

1932 erfolgte die Anschaffung der ersten Tragkraftspritze (Type P48/ Fa. Konrad Rosenbauer) und eines Pferdegespanns welches ebenfalls noch vorhanden ist. Die Pumpe wurde zu Kriegsende 1945 von den Russen beschlagnahmt, was in den Nachkriegsjahren zum Neuankauf der Tragkraftspritze RW80 führte. 

1954 erfolgte die Anschaffung der ersten Sirene, ein Jahr später die Aufhebung der Pferdegespannbereitschaft. Ein großer Fortschritt war der nun mögliche Vorspann eines Traktors. Nach der Umrüstung des bestehenden Wagens wurde im Jahr 1956 zusätzlich ein TSA (Tragkraftspritzenanhänger) mit einer Rosenbauer RVW75 angeschafft.

Am 7. August 1960 wurde das Feuerwehrhaus am heutigen Standort fertiggestellt und eröffnet.

1968 wurde die Feuerwehr neuerdings aufgelöst. Auslöser dürften wieder Ungereimtheiten beim Ankauf von neuem Gerät zwischen Feuerwehr und Gemeinde gewesen sein. Im Aufnahmebuch der damaligen Feuerwehr wurde zu diesem Zeitpunkt vermerkt: Ausgehuniformen wurden am 8.6.1968 im Zeughaus abgegeben und deponiert. Die Arbeitsuniformen mit Helm wurden am 31.8.1968 abgegeben, da zu diesem Zeitpunkt die Auflösung des Brand- und Feuerschutzes der alten Feuerwehrmänner erfolgte. Weitere Details der Auflösung sind aus den vorhandenen Aufzeichnungen nicht zu entnehmen.

Bereits Anfang August des selben Jahres finden im Gemeindeamt erste Besprechungen bezüglich der Neuaufstellung der Wehr statt. Eine Woche später erklärten sich 24 Mann bereit der Feuerwehr beizutreten. Bei weiteren Gesprächen wird Johann Hasch als Kommandant der neuen Feuerwehr festgelegt. Anfang September 1968 erfolgte die erste Nassübung der neuen Feuerwehr. Da die Feuerwehrkameraden der neuen Wehr keine Erfahrung mit den Gerätschaften hatten wurden Leute aus umliegenden Dörfern herbeigezogen, konnten aber trotz guten Willens aufgrund der anderen Bauart der Geräte nur wenig helfen. So sprach man bei den Leuten der ehemaligen Feuerwehr vor, welche zu verstehen gaben, dass ihrerseits keine Unterstützung zu erwarten sei. Schließlich konnte diesem Problem ein Fachmann der Firma Rosenbauer ein Ende bereiten.

 

1971 erfolgte der Ankauf des ersten LF mit Vorbaupumpe (Rosenbauer/Opel Blitz).

Um den Ausrüstungsstand zu verbessern wurden 1974 vier Pressluftatmer DRÄGER PA-54 angekauft. Im darauffolgenden Jahr erfolge die Gründung der Jugendfeuerwehr. In den Jahren 1979–1982 wurde der Zubau des Feuerwehrhauses, welcher den Mannschaftsraum, sanitäre Einrichtungen und eine große Fahrzeughalle umfasste, errichtet. 

Nach Problemen mit der Vorbaupumpe am LF wurde ein zweites LF mit einer solchen Pumpe, ebenfalls ein Opel Blitz, angekauft. Beim Vorgänger wurde die defekte Pumpe demontiert und durch die RVW75 ersetzt. 1986 erfolgte die Indienststellung eines gebrauchten TLF-2000 (Steyr) und eines gebrauchten MTF. Daraufhin zählte der Fuhrpark 4 Fahrzeuge. In den Jahren 1994 bis 1999 wurde der Fuhrpark der Feuerwehr sukzessive ausgetauscht. Somit verfügt die Freiwillige Feuerwehr Loipersbach nun über ein TLFA 3000 von Scania (BJ: 1994), ein MTF von Ford (BJ: 1996) und ein KLF von Mercedes (BJ: 1999).

Im Jahr 1998 erfolgte der Ankauf der zweiten Sirene welche am Dach der örtlichen Volksschule positioniert ist. Im Jahr 2000 mussten die alten Pressluftatmer durch eine neue Generation (DRÄGER PA-94) ersetzt werden. In den folgenden Jahren wurde die Einsatzbekleidung ergänzt und erneuert und bessere Schutzbekleidung für die ATS-Träger eingeführt.

In den Jahren 2007 bis 2010 wurde schrittweise eine Sanierung des Feuerwehrhauses vorgenommen. Die Tore wurden erneuert, die Mauern isoliert. Im hinteren Teil wurde das Feuerwehrhaus um 2 Räume  zur Lagerung und Instandhaltung der Geräte ergänzt.

Im Jahr 2013 wurden neue Arbeitsscheinwerfer angeschafft und in den Fahrzeugen integriert, um das Arbeiten an der Einsatzstelle zu erleichtern. Mit der Umstellung von Analogfunk auf Digitalfunk im Jahr 2015 wurde auch diese Umrüstung vollständig in Eigenregie der Mitglieder durchgeführt.